30.09.2013 Mundraub gilt ja landläufig als Bagatelldelikt. Warum eigentlich? Gibt es denn überhaupt schlimmere Eingriffe in die individuelle Integrität, als jemandem lebenswichtige Objekte aus dem sicheren Schutz der eigenen Mundhöhle zu klauben? Eindeutig: Nein! Nun ist es ja im allgemeinen so, daß juristische Prinzipien und gesunder Menschenverstand nicht viel am Hut haben miteinander. Entscheidend ist, den besseren Rechtsverdreher am Start zu haben. Und mein Anwalt wird dem Gericht schon einflöten, daß mein Lutscher kein Fallobst ist, daß jeder einfach so auflesen und ansauen darf. Igittigitt… Das einzige Problem dabei ist, daß meine Erziehungsberechtigten einfach mal gar keine Anstalten machen, dieser eklatanten Rechtsverletzung anzunehmen. Und ich selber werde den Status einer juristischen Person wohl erst erreichen, wenn die Tat längst verjährt ist. Mist!
11.10.2013 Man sieht sich immer zweimal im Leben. Das gilt auch für mich und euch da draußen, liebe Beobachter. Und heute ist der Tag, wo ich auf diese Floskel Wert lege. Denn es gilt, etwas einzulösen: Knapp drei Monate ist es her, als ich mich zu folgender Ansage habe hinreißen lassen. »Ich komme noch dahinter, wie ich dieses Miststück dazu bringe, in meinen Mund zurückzukommen.« Gemeint war dieser bockige Schnuller, der einfach keine Gelegenheit auslassen wollte, mir aus dem Gesicht zu springen. Zugegeben: Zwischenzeitlich waren in mir auch mal Zweifel aufgepoppt, ob dieses Versprechen nicht doch etwas vollmundig gewesen war. Man will ja schließlich nicht als Schwindler oder Leerversprecher in die Bücher eingehen. Doch heute kommt von mir die Nachricht: Melde Vollzug! Gut. Man wird im Detail nicht überprüfen sollen, ob das hinsichtlich der Schnullersitzposition alles korrekt ist. Aber eins ist ohne Wenn und Aber klar. Das Ding ist drin! Da gibt es kein Vertun. Und lecker Soße ist auch noch dran. Daß die ganze Aktion beinah ein halbes Leben gedauert hat, bleibt natürlich unter uns.
03.02.2014 Lange nicht gesehen. Bei uns gings wahrlich drunter und drüber in der letzten Zeit. Oder um es direkt zu sagen: Ich bin zuhause ausgezogen! Meine Mitbewohner haben rauf und runter auf mich eingelabert, daß das viel zu früh wär in meinem Alter und so. Alles Blödsinn. Und selbstverständlich hat ich mich das mitnichten von meinem Vorhaben abgebracht. Aber jetzt kommts. Die beiden Kletten sind einfach mit mir mitgekommen. Wo gibt’s denn sowas? Der Traum von der eigenen Bude ist damit erstmal komplett Flöte. Und nicht nur das. Während mein Hab und Gut längst verstaut ist, haben die beiden Chaosköpfe ihre Kisten noch hinten und vorne nicht ausgepackt. Kinder, Kinder, Kinder. Also sowas passiert mir nicht nochmal… Beim nächsten Versuch muß ich einfach schneller sein. Und da hilft nur eins: Trainieren.
08.03.2014 Ich kann verkehrt rum schnullern. Ich kann Mbuuuh sagen. Ich kann herzerweichend lächeln und vor allem herzzerreißend heulen. Doch das alles hat nie eine Sau interessiert. Aber seit ich selbständig von A nach B unterwegs bin, sind ständig alle aus dem Häuschen. Und ich weiß jetzt auch warum. Das, was ein gewisser Homo Sapiens erst nach zig Millionen Jahren auf die Reihe brachte, kann ich bereits nach schlappen 11 Monaten. Niedlich mitanzusehen, wie stolz erfüllt meine Mitbewohner auf einmal durch die Gegend marschieren. Die können doch nicht das Geringste dafür! Und trotzdem bekommt man den Eindruck, als würde nicht ich, sondern eher die seit kurzem noch einen evolutionären Zacken aufrechter durch die Gegend stolzieren. Das Beste aber ist: Die glauben doch allen Ernstes, mein Fortbewegungsdrang sei ein Zeichen für besondere Intelligenz. Dabei wäre es viel schlauer von meiner Seite, anstatt wackelig durch die Gegend zu eiern, wenn ich mich noch ein paar Jahre tragen lassen würde.  
03.04.2014 Eins wird man nur einmal. Entsprechend wird es Zeit für mich, euren großen Taten auch große  Worte folgen zu lassen: Ich fands schön mit euch in diesem Jahr, liebe Verwandte. Habt ihr richtig gut gemacht! Vor allem wenn ihr bei mir vorbeischneit! Denn der Service hier ist doch ein wenig dürftig. Zwei Betreuer auf einen Probanden – ein ziemlich bescheidener Personalschlüssel. Insofern war es wirklich allerhöchste Eisenbahn, die Belegschaft aufzustocken. Zumal – in Klammern gesagt: die beiden sind ja sehr bemüht aber eben nicht wirklich auf Zack, wenn es darum geht, meine Spur der Verwüstung hinter mir verschwinden zu lassen und den Weg für eine neue Schneisenbildung freizumachen. Aber - und jetzt kommts: was da geliefert wurde, kann nicht euer Ernst sein. Meine Herren! Ein vollautomatisierter Oberstreber, der vorgibt, Staub zu sammeln, um ihn dann verläßlich wieder an der nächsten Ecke abzustreifen. Ne oder? Diese kriechende Untertasse werde ich genauso unter meine Fittiche nehmen müssen, wie die beiden altgedienten Helfershelfer. Die haben ja schließlich auch ein Weilchen gebraucht, bis sie wirklich machten, was ich möchte. Wo bitte gibts denn noch gutes Personal...? Muß ich wirklich jedem erst zeigen, wer hier Scheff ist?  
25.04.2014 Mehr Trinken soll ich, heißt es stets von allen Seiten. Das sei nämlich gesund. Überhaupt scheinen die lange Listen zu führen, was dem eigenen Wohlbefinden dient und was überhaupt nicht. Und dagegen ist im Grunde ja nichts einzuwenden. Nur muß eben die Frage erlaubt sein: Warum ich weit und breit der einzige sein soll, der sich an die ganzen Vorgaben zu halten halt? Gerade wenns ums Trinken geht, ist da eine gewisse Diskrepanz zwischen Gesagtem und Gemachten nicht von der Hand zu weisen. Nicht wenige meiner Vorfahren singen gerne das Hohelied auf den Saft reifer Trauben, den die vorzugsweise aus grünen Flaschen trinken. Und ich darf nicht mal mit dem Altglas spielen. Ein eindeutiger Fall von Wasser predigen und Wein trinken! Aber egal: Warum denn einfach, wenn es auch kompliziert geht? Ich besorg mir diesen Traubensaft halt in Kleinverpackung. Find ich von der Handhabung her ziemlich umständlich und von der Müllproduktion her ziemlich grenzwertig. Aber was soll man sagen: Hauptsache es schmeckt!  
19.05.2014 Achtung: Jetzt rede ich!  
5.03.2015 Okay. Ich gebs zu. Ich war ne ganze Weile weg. Aber dafür hab ich die beste Ausrede, die es gibt: Wir waren nämlich schwanger! Genau. Und da kann man sich im Grunde alles erlauben. Am vergangenen Samstag – am 28. Februar – haben wir entbunden. Und dabei soll es gehörig zur Sache gegangen sein! Leider weiß ich noch immer nicht genau, was es mit so einer Geburt und dem damit verbundenen Klinikaufenthalt auf sich hat. Denn mein Bäuchlein ist seither kaum kleiner geworden. Dafür haben wir aus dem Krankenhaus eine Pflegekraft mitgebracht. Schwester Adele heißt sie. So richtig hat die hier aber noch nicht nützlich gemacht. Vor allem wohnt sie auch bei uns. Ist wohl eine 24-Stunden-Betreuung vorgesehen, schätz ich. Ihre Fürsorglichkeit ist aber noch etwas phlegmatisch für meinen Geschmack. Die hat mich sogar schon mehrfach angeschrien! Aber egal. Ich kümmer mich trotzdem um ihre Wohnsituation. Und bin dran, ihr ein kleines Häuschen zu bauen.   
29.07. 2015 Ganz schön anstrengend. So eine junge Begleiterin. Ich sag euch! Die ist wirklich nur dann zufrieden, wenn man sich selbst in die maximal unbequemste- Schrägstrich-anstrengendste Bespassungs-Position verbiegt und das dann endlos durchzieht. Ich war in meiner Kindheit mit Sicherheit ganz anders. Und natürlich auch klar, daß sich meine Mitbewohner nicht mit Ruhm bekleckern, wenn es darum geht, diesen Knochenjob zu übernehmen. Aber: Einer muß es ja machen. Oder anders gesagt: Wir werden das Kind schon schaukeln…